Es war früh am Morgen des 27.04.2024. Die Sonne stand schon weit über dem Horizont. Das Dorf Kobbeln schien noch tief im Schlaf. Gegen 06.50 Uhr ertönte die Sirene in Kobbeln und umliegenden Gemeinden. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren wurden zu einem simulierten Großbrand im Forst am Wirchensee gerufen. Zu Fuß, mit dem Rad oder Auto kamen die alarmierten Kobbelner Kameraden zum Feuerwehrhaus. Zügig wurde die Ausrüstung angelegt, das Einsatzfahrzeug klar zum Ausrücken gemacht. Jeder Handgriff sitzt.
Zunächst ging es nach Treppeln. Hier sammelten sich die Einsatzfahrzeuge des Amtes, Kreises LOS. Auch ein Löschfahrzeug aus Polen war gekommen. Nach der Einweisung und abfassen der Verpflegung ging es zum zugewiesenen Einsatzort an den Wirchensee.
Mit einem ersten Trupp wurde eine Station zur Aufnahme von Löschwasser am Westufer des Sees aufgebaut. Diese Station versorgte die im 5 Minutentakt anrückenden Tankfahrzeuge mit dem notwendigen Wasser. Zwischenzeitlich bauten die Kameraden der Feuerwehren moderne Sprinkleranlagen auf, verlegten unzählige Schläuche, Verteiler und faltbare Wassertanks. Letztere wurden von den pendelnden Tankfahrzeugen kontinuierlich befüllt.
Ein mehrachsiges Schlauch-Verlege-Fahrzeug kam nun zum Einsatz. Von einer am Ostufer des Sees aufgebauten Wasseraufnahme-Station wurde ein F-Schlauch direkt aus dem auf dem Fahrzeug befindlichen Container mehrere Kilometer abgespult. Ein Rücktrupp korrigierte die Lage. Nun konnten die im Wald aufgebauten Löscheinrichtungen kontinuierlich mit Wasser versorgt werden.
Die im Vorjahr vorsorglich geschlagenen Waldschneisen bewährten sich und sicherten ein gutes Manövrieren der vielen Fahrzeuge und schweren Technik. Ein plus für den Brandschutz. Unsere Kameraden aus Kobbeln konnten mit ihrer begrenzten Feuerwehrausrüstung ihren Beitrag leisten. Dennis Müller war verantwortlicher Wehrführer an diesem Tag. Aufgeregt sei er nicht gewesen. Das Training im Vorfeld des Einsatzes brachte die erforderliche Sicherheit.
Nach der Übung wurden die Ausrüstungen zurückgebaut. In Neuzelle erhielten alle Feuerwehren des Amtes neue Schläuche, die in die Einsatzfahrzeuge verstaut wurden. Zeit für ein zünftiges Mittagessen. Die Agrargenossenschaft versorgte alle Kameradinnen und Kameraden mit einer schmackhaften Erbsensuppe und Getränken.
Zurück in Kobbeln wurden das Einsatzfahrzeug und der bei der Übung verwendete faltbare Tank gereinigt. Soup (Christian Schütze) stellte unkompliziert seinen Kärcher und das Reinigungswasser zur Verfügung.
Eine Frage bleibt noch zu klären: Was hatten die nicht im Einsatz befindlichen Kameraden der Feuerwehr Kobbeln den ganzen Tag gemacht? Gerald, Steffen und Olaf richteten das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus wieder her. Ein sinnvoller Vorgriff für die anstehende 100-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Kobbeln im Juni 2024.
Nach den Anstrengungen des Tages hieß es nun Ausruhen und die Beine langmachen. Bei einem Bierchen wurden die Ergebnisse der Renovierungsarbeiten und die ersten Eindrücke von Übung gemeinsam ausgetauscht.