„Fröhliche Menschen zampern in Kobbeln“ schreib die regionale Märkische Oderzeitung (MOZ) am 09.03.2026 auf ihrer Titelseite. „Am Aschermittwoch ist auch dieses Jahr noch längst nicht alles vorbei. In Kobbeln nahe Neuzelle ist am Samstag die Fastnacht gefeiert worden.“, heiß es im Presseartikel.
Zampern hat Tradition in Kobbeln! Dieser Brauch wird seit wendischer Zeit in unserer Region gepflegt. Das Organisationskomitee unter Leitung von Viktoria Dammaschke, Antje Hollatz und Dennis Müller bereitete erneut einen furiosen Umzug durch unseren Ort vor. Insgesamt verfolgten 96 Faschingsfreunde aus Kobbeln und Gästen aus benachbarten Orten, wie z.B. aus Treppeln, Wellmitz das fröhliche Treiben. Bereits um 09.00 Uhr trafen die ersten Faschingsjecken im Gasthaus Krüger zum traditionellen Auftakt ein. „Jochens Jungs“ aus Wiesenau begleiteten, wie im Jahr zuvor, mit ihrer authentischen Musik und gut gelaunt den Fastnachtsumzug. Bei herrlichem Sonnenschein wurde das Eröffnungsfoto der diesjährigen Session von Steffen Simon geschossen. Alle Teilnehmer hatten sich wieder farbenfroh und kreativ kostümiert. In diesem Jahr waren Karibik Kostüme bei den jungen Kobbelnern Jecken sehr angesagt. Aber auch Astronauten und Wikinger stimmten fröhlich in die Gesänge der aufspielenden Band mit ein.
Dann um 09.31 Uhr setzte sich der Zug der fröhlichen Menschen aus Kobbeln in Bewegung. Traditionell zog man nun von Hof zu Hof, beginnend in der Kobbelner Straße. Weiter ging es in den Kieselwitzer Weg mit einem größeren Stopp bei Stephanie und Rudi (alias Lars) Rudolph. Nicht nur hier wurden die Jecken mit leckeren Häppchen, sondern auch einen kleinen Umtrunk bewirtet. Jochens Jungs heizten mit bekannten Songs mächtig ein. Es wurde getanzt und viel gelacht.
Die daheim gebliebenen Kobbelner Einwohner spendeten wieder reichlich für Kreschke und den Faschingsverein. Sie gaben Eier und Speck und legten auch ein Fläschchen mit Hochprozentigem in den Korb. Die Spenden wurde gewissenhaft notiert und die eingesammelten Naturalien im Proviantwagen sicher verstaut. Als kleines Dankeschön wurden ein Tänzchen vollführt und ein Schnäpschen mit dem Spender gemeinsam getrunken. Noch ein paar dankende Worte und dann ging es weiter zum nächsten Hof.
In diesem Jahr besuchte man zuerst die Grundstücke zum Springberg hinauf. Sehr fröhlich ging es z.B. bei Dennis und Christin Müller mit einer Polonäse zu. Es gab Bier vom Fass und schmackhafte Häppchen. Der Umzug hielt danach bei Familie Ines und Jörg Richter. Hier konnte man bei leckerem Essen eine kleine Pause zum ersten Verschnaufen einlegen. Gestärkt folgten die Besuche bei den Familien Gnädig, Klatt, Lentz, Menzel und Heitmaneck. Übrigens, die Grillwürstchen schmeckten bei Enrico und Marion vortrefflich.
Jochens Jungs nutzte bei Familie Heitmaneck die Chance zum Verweilen und um sich zu stärken. Dabei erzählte mir Jochen, wie der Name der Band entstanden ist. Zu seinem 50. Geburtstag spielten die heutigen Mitglieder zum ersten Mal bei ihm auf der Feier auf. Gäste fragte Jochen, wer die tollen Musiker seien. Er antwortete damals: „… das sind alle meine Jungs!“ Damit war der Bandname geboren.
Nach der wohl verdienten Pause wurde noch ein Abstecher zu Leschkes und Anke Hollatz Am Stein gemacht, bevor Familie Junghans den Zug der Faschingsleute begrüßte.
Einen besonderen Moment erlebten die Faschingsleute bei unseren Neukobbelnern Frances und Marvin. beide saßen bequem vor ihrem neuen Heim und schauten dem fröhlichen Trubel zu. Frances und Marvin warteten gemeinsam auf die Geburt ihres ersten Kindes. Der Termin für die Niederkunft war für den kommenden Tag berechnet worden, sagte mir ganz entspannt Frances. Heute wissen wir, dass der kleine Hugo Krinke am 08.03.2026 zur Welt kam. Also erlebte er bereits sein erstes Zampern am 7. März 2026 in Kobbeln voll mit.
Der Zug der fröhlichen Kobbelner bewegte sich nun der Straße Am Springberg zu den Gehöften von Ivonne und Steffen Müller und anschließend Doreen und Peter Richter weiter. Gegen 14.30 Uhr wurde Wolfgang Menzel kurz Halt gemacht und gefeiert. Weiter ging es dann zu Alexander Wittgen, Heidi und Olaf Hollatz. Am späteren Nachmittag folgte der Umzug der Kobbelner Straße in das „Unterdorf“. Auch hier wurden die Faschingsfreunde herzlich von den Einwohnern begrüßt und mit Häppchen und Getränken verwöhnt. Trotz der vorangeschrittenen Zeit, ließ die Feierlaune nicht nach. Jochens Jungs legten sich mächtig ins Zeug. Erst gegen 18.30 Uhr endete der Umzug wieder am Dorfplatz vor dem Gasthaus der Familie Krüger.
Das große Finale fand traditionell mit dem Einzug in den großen Festsaal des Gasthauses statt. Jochens Jungs gaben noch einmal alles und spielten ein letztes Ständchen für die anwesenden Gäste.
Wenn man nun meinte, jetzt wäre das lustige Treiben beendet und die ermatteten Fastnachtsleute würden nach Hause gehen, der kennt nicht das Stehvermögen der Kobbelner Faschingsfreunde. Unmittelbar im Anschluss an den diesjährigen Dorfumzug wurde ab 19.00 Uhr zum Tanz bei Krügers geladen. Viele lang geprobte Darbietungen und Tanzeinlagen kamen zur Aufführung. Die Musik des DJ trug erheblich zur tollen Stimmung an diesem Abend bei. Erst gegen 02.00 Uhr zogen sich die ersten Faschingsgäste zurück. Man munkelt, dass die letzten „Zamperer“ erst gegen 04.00 Uhr zu Hause im Bett waren.
In diesem Jahr beteiligten sich wie schon erwähnt insgesamt 96 feierlustige Jecken beim Zampern in Kobbeln – rekordverdächtig. Es gab durchweg positive Resonanz von unseren auswärtigen Gästen und allen Teilnehmern.
Resümierend kann man feststellen: Zampern 2026 in Kobbeln war ein großartiges Fest und prägend für unsere kleine Dorfgemeinschaft. Alle, mit denen ich sprach, waren begeistert von der ausgelassenen Stimmung, der Musik und der Gastfreundschaft. Alle Teilnehmer freuen sich schon auf das nächste Zampern am 06.03.2027 wieder in Kobbeln. Und dann bestimmt auch mit dem kleinen Hugo Krinke, sagten Ivonne Müller und Diana Krinke (Hugos Oma).