Kobbeln feierte ein furioses Jubiläumsfest zum 100. Jahrestag der Ausgrabung des Großen Steins und 575 Jahren Ersterwähnung

Am 05. Juli 2025 feierte unser Dorf Kobbeln bei sommerlichen Temperaturen gleich zwei Jubiläen – 100 Jahre Ausgrabung des Großen Steins und die Ersterwähnung des Ortes Kobbeln im Jahr 1450. Über 550 Gäste und Kobbelner Einwohner feierten gemeinsam am Großen Stein bis spät in die Nacht.

Liebevoll hatten viele Kobbelner ihre Häuser und Grundstücke für unser Jubiläum geschmückt. Das Fest eröffneten die Kobbelner um 14:00 Uhr mit einem Festumzug. Er führte durch das Dorf und endete am Kobbelner Stein. Der Historische Fanfarenzug EKO e.V. führte den Umzug an. Viele Einwohner aus unserem Dorf beteiligten sich in den überlieferten Trachten am Festumzug. Ein Festwagen, die Freiwilligen Feuerwehren aus Kobbeln und des Nachbarortes Treppeln reihten sich in unseren Festumzug ein. Die zahlreich angereisten Besucher sowie Einwohner unseres Ortes winkten den Teilnehmern des Umzugs begeistert zu. Sie wurden von den am Stein bereits wartenden vielen Gästen begrüßt.

Ivonne Müller, unsere Ortsvorsteherin, eröffnete offiziell das Dorffest. In ihrer Begrüßungsrede führte sie aus, dass in Kobbeln lebensbejahende Menschen lebten und leben. Unsere Vorfahren haben sich gegen viele Widrigkeiten in all den Jahren behauptet. Sie stemmten sich kraftvoll gegen Naturkatastrophen, Kriegsereignisse, Pest sowie Epidemien. Durch die Kreativität und gemeinschaftliches Zupacken wurden viele Projekte im Dorf erfolgreich realisiert. In den zurückliegenden Jahren waren dies z.B. das Gemeindehaus, der neue Spielplatz und unser neugestalteter Dorfplatz. Sie sagte ferner: „Unser Markenzeichen ist ein intaktes Gemeinschaftsleben im Ort, der gegenseitige Respekt und gegenseitige Hilfeleistungen. Alt und Jung begegnen sich offen, reden miteinander und feiern gern gemeinsam generationsübergreifend.“

Ivonne Müller begrüßte anschließend die Ehrengäste Sven Budach, Manfred Zwicker und Dr. Manfred Dietrich vom AstroWis e.V. und überreichte unserem Bürgermeister die neuerstellte druckfrische Festschrift 575 Jahre Kobbeln – 100 Jahre Ausgrabung des Kobbelner Steins.

In ihren Grußworten beglückwünschten Sven Budach, Bürgermeister der Gemeinde Neuzelle und Manfred Zwicker, stellvertretender Bürgermeister sowie Ortsvorsteher aus Treppeln die Kobbelner Einwohner zu ihrem schönen Dorf. Beide Redner hoben die vertrauensvolle Zusammenarbeit und Einsatzbereitschaft der Kobbelner hervor. Manfred Zwicker machte dies u.a. an den seit 45 Jahren gemeinsamen durchgeführten Pfingstwanderungen und an der engen Kooperation der Feuerwehren fest.

Sven Budach überreichte den Kobbelnern ein Gastgeschenk. Es ist eine Frauenkiefer. In diesem Zusammenhang erzählte er von seinen „Nöten“, ein passendes Geschenk zu finden. Manfred Zwicker überreichte uns Kobbelnern ebenfalls ein Präsent, dass symbolisch die enge Verbundenheit unserer Nachbardörfer zum Ausdruck bringen soll. Die Ortsvorsteherinnen aus Henzendorf und Ossendorf beglückwünschten uns zu der gelungenen tollen Veranstaltung.

Im Anschluss an den offiziellen Teil eröffnete Ronny Gander das musikalische Programm. Mit seinen bekannten und einprägsamen Songs begeisterte er das Publikum.

Die Tänzerinnen vom Kulturzentrum aus Eisenhüttenstadt (KuZ) verzauberten mit ihren dargebotenen Tänzen die vielen Zuschauer in Kobbeln. In purpurroten Kostümen verkörperten sie eindrucksvoll das Temperament und die Grazie spanischer Tänzerinnen. Mit einem riesen Applaus wurden die jungen Künstlerinnen des KuZ bedacht.

Bevor das Trion „Jochens Jungs“ den Springberg zum „Beben“ brachte, plauderten Dr. Steffen Simon und Dr. Manfred Dietrich über die Geschichte von Kobbeln, gaben Einsicht in die Herkunft, Legende und Historie zur Ausgrabung des drittgrößten Findlings Brandenburgs im Jahr 1925. Aus diesem Anlass wurde unser Kobbelner Stein in den Müllroser Planetenweg aufgenommen. Dr. Dietrich erinnerte sich, wie es zu dieser Idee kam und welche schlaflosen Nächte er verbrachte, um unseren Stein regelkonform in unser Universum einzuordnen. Nach langem Grübeln fand er eine Lösung. Er erläuterte, dass der Große Stein maßstäblich den Stern Rigel B, rechts unten im Sternbild Orion, darstellt.

Etwas trixen musste er schon, um alles passfähig zu machen, verriet er mir mit einem Schmunzeln. Ab dem 05.07.2025 befindet sich unser Kobbelner Stein im elitären Verbund von mehr als 20 Standorten des Planetenwegs in Deutschland, Polen und Columbien. Eine deutsche Schule ist in Columbien die Partnerschule des Albert Schweizer Gymnasiums in Eisenhüttenstadt und gleichzeitig des Müllroser Planetenwegs, bestätigte Sven Budach, Rektor des Gymnasiums bei der Einweihung.

Ein emotionaler und begeisternder Höhepunkt im Programm am Stein waren die Auftritte unserer Kobbelner Tanzfeen. Unsere jungen Tänzerinnen und Tänzer begeisterten mit anspruchsvollen Choreografien die anwesenden Eltern, Omas und Opas. Diese stammten wie so oft aus der Feder von Viktoria Dammaschke. Riesiger Applaus brandete auf, als die letzten Musiktakte verklungen waren. Stolz blickten unsere kleinen Künstler in das Publikum. Sie gaben gern eine Zugabe. Erwähnenswert ist, dass seit Kurzem zwei Jungs aus Treppeln in der Tanzgruppe mitwirken. Es sind Jahn und Tim. Vom riesigen Applaus überwältigt, dankten unsere kleinen Künstler Viktoria spontan für ihre tolle Arbeit. Anschließend gab es ein Eis für alle. Danke auch von uns Kobbelnern an Viktoria für ihr unermüdliches Engagement.

Das Trio „Jochens Jungs“ aus Wiesenau spielte nun zünftig auf und begleitete das Publikum bis in die Abendstunden. Es wurde viel erzählt, gelacht und so manche alte Bekannte traf man auf dem Fest in Kobbeln wieder.

Mit einsetzender Dämmerung verwandelte sich unser Große Stein in eine riesige Projektionsfläche für historische Fotos und Videos. Gemeinsam schauten sich die Kobbelner mit den Besuchern das neue von Erik Holzhey produzierte Video über Kobbeln, gestaltet von Kobbelnern, an. Das Areal um den Großen Stein wurde in ein traumhaft buntes Licht gehüllt. Man könnte meinen, in einem Zauberwald zu sein. DJ Loernex übernahm den musikalischen Staffelstab. Mit Diskoklängen tanzten Kobbeln und ihre Gäste bis spät in die Nacht hinein.

Mit einsetzender Dämmerung verwandelte sich unser Große Stein in eine riesige Projektionsfläche für historische Fotos und Videos. Gemeinsam schauten sich die Kobbelner mit den Besuchern das neue von Erik Holzhey produzierte Video über Kobbeln, gestaltet von Kobbelnern, an. Das Areal um den Großen Stein wurde in ein traumhaft buntes Licht gehüllt. Man könnte meinen, in einem Zauberwald zu sein.

DJ Loernex übernahm den musikalischen Staffelstab. Mit Diskoklängen tanzten Kobbeln und ihre Gäste bis spät in die Nacht hinein.

Das Fest am Kobbelner Stein bot unseren Gästen und Kobbelnern noch viele weitere Attraktionen. So wurden Kutschfahrten angeboten, man konnte zwei Kamele, Simba und Mogli, aus nächster Nähe betrachten und streicheln, eine Hüpfburg war für die Kleinen aufgestellt. Gut besucht waren das Schminken und Basteln und natürlich der Eisstand.

Unsere aufgebaute Fotostrecke „Kobbeln einst und heute“ war neben der neuen Dorfchronik ein echter Hingucker. Befragte Gäste waren voll des Lobes über unsere Dorfgemeinschaft.

„Man sieht, dass ihr gemeinsam was Tolles geschafft habt“, sagten mit zwei Besucher aus Neuzelle. Gastronomisch boten unsere Kobbelner Backfrauen und die Wildfleischerei leckere Speisen an. Die 26 selbst gebackenen Kuchen waren am Abend vergriffen. Nicht zu vergessen war der hilfreiche Einsatz unserer Feuerwehr beim Ausschank der Getränke. Der Ansturm an den Getränkestand war bei den sommerlichen Temperaturen enorm. 12 Fässer Bier und 6 Fässer Limonade plus Wasser und Sekt waren am Abend leergetrunken.

Nach kurzer Nacht starteten die Kobbelner am 06. Juli um 10:30 Uhr mit den Breslacker Musikanten in den Sonntag. Gastronomisch versorgte die Gaststätte Krüger die Gäste. Unserer Einladung zum Frühschoppen folgten etwa 160 Gäste aus Kobbeln und der Umgebung. Kobbeln kann auch Stimmung machen. Mit einer Polonäse, angeführt von Dennis Müller, kam reichlich Bewegung in die Veranstaltung am Stein.

Nach zwei ereignisreichen Tagen gingen am Sonntagnachmittag in kleiner Runde des Kobbelner Steine e.V. die Feierlichkeiten zu Ende. Aus Sicht der Kobbelner war das die bisher größte Dorffeier der letzten Jahre. Es war eine große Herausforderung für unseren kleinen Ort Kobbeln mit nur 165 Einwohnern. „Nur gemeinsam und mit viel Engagement meisterten wir diese Herausforderungen“, sagte Manfred Holzhey abschließend und bedankte sich bei allen Akteuren. Viele Kobbelner werden noch lange über unser Großereignis erzählen können. Gespannt warten wir nun auf das neue Video von Erik Holzhey zum heurigen Fest am Großen Stein.