Die wärmende Oktobersonne hüllte am Freitag, den 17.10.2025, den Kobbelner Dorfteich in ein herbstlich buntes Farbenkleid. In goldgelben und rötlichen Farbtönen strahlte die Blätterpracht an den Bäumen und Sträuchern.
Schon seit Monaten wartete Kobbeln auf die gemeldeten Graskarpfen für den Dorfteich. Plötzlich, nach mehreren Anfragen des Ortsbeirates im Amt ging alles sehr schnell. Am Donnerstag kam die telefonische Nachricht vom Amt, dass die acht bestellten Graskarpfen am Freitag zwischen 08:00 Uhr und 14:00 Uhr eintreffen werden. Doris Lehmann erklärte sich bereit die feuchte Fracht entgegenzunehmen. Als Chronist des Ortes erklärte ich mich ebenfalls bereit, um zu helfen und das seltene Ereignis zu dokumentieren.
Gegen 11:00 Uhr fuhr ein Kleintransporter vor. In einem Karton, gut verpackt, schwammen unsere 8 Graskarpfen. Holger Grund vom Amt nahm die Fracht entgegen und positionierte den Plastikbehälter im Teich.
Die Karpfen sollten sich noch etwa eine Stunde an die kühlere Wassertemperatur des Teiches anpassen, erklärte er uns. Holger gab noch schnell letzte Instruktionen für das Ausschwimmen der Graskarpfen in den Teich. Fest verzurrt am Teichrand hieß es nun warten.
Die Zeit konnte für das Essenkochen gut genutzt werden, sagte Doris und ging kurz nach Hause. Lothar Egert schaute neugierig vorbei, als er seine Zeitung aus dem Briefkasten holte. Für das Ausschwimmen der Karpfen werden bestimmt noch 1 bis 2 Helfer benötigt. Somit postete ich die Nachricht in die beiden WhatsApp-Gruppen des Ortes.
Pünktlich um 12:00 Uhr, also nach einer Stunde Quarantäne, trafen Doris, Gerald wieder am Teich ein. Auch Manfred Holzhey mit Tochter und Enkelin kamen noch rasch hinzu, um das Ereignis zu filmen.
Nun wurde es Ernst. Wir öffneten vorsichtig die beiden Plastiktüten und ließen frisches Teichwasser hinein. In der Plastiktüte wurde es zappelig. Nach kurzem Zögern schwammen quick lebendig die ersten vier Graskarpfen von der Enge der Tüten befreit in den großen Ozean des Kobbelner Dorfteichs. Den anderen halfen wir etwas nach.
Unsere Graskarpfen waren etwa 25 cm lang. Sie stammten aus der Aufzuchtanlage „Fischlando“ bei Iserlohn. Unter optimalen Bedingungen können die kleinen Kerle zwischen 80 cm und 1,2 m groß werden. Sie können etwa 10 bis 20 Jahre alt werden. Der größte jemals gefangene Graskarpfen wog übrigens 39,5 kg. Mal schauen wie sich unsere Burschen entwickeln werden.
Nun hat Kobbeln acht neue „Bewohner“ im Dorfteich, die den Bewuchs im hiesigen Gewässer niedrig halten sollen.