Besuch des ältesten Weihnachtsmarkts Deutschlands in Bautzen

Adventszeit ist die Zeit der kleinen und großen Weihnachtsmärkte in unserer Region und in ganz Deutschland. In diesem Jahr luden die Freiwillige Feuerwehr Kobbeln und der Kobbelner Steine Verein e.V. als Dankeschön für die ehrenamtliche Arbeit zur gemeinsamen Ausfahrt zum „Wenzelsmarkt“ nach Bautzen ein. Übrigens, der Wenzelsmarkt ist der älteste Weihnachtsmarkt in Deutschland. Er zieht seit 642 Jahren viele Menschen in der Adventszeit in seinen vorweihnachtlichen Bann. Sein Name ist zurückzuführen auf den böhmischen König Wenzel IV, welcher der Stadt Bautzen bereits im Jahr 1384 das Marktrecht verlieh. Der Dresdner Striezelmarkt ist hingegen der älteste beurkundete Weihnachtsmarkt Deutschlands.

Am 13.12.2025 trafen sich zu sehr früher Stunde 48 Kobbelner am Gemeindehaus. Pünktlich um 07:50 Uhr holte der gelbe Reisebus von Schlaube Tours die fröhliche Reisegesellschaft ab. Getränke wurden verstaut, die Plätze im Bus bemannt und von Maik Lehmann sowie dem Busfahrer letzte Informationen zum Ablauf und Hinweise zur Sicherheit bekannt gegeben.

Um 08:00 Uhr, als alle an Bord waren, startete die Fahrt nach Bautzen. Die zweistündige Reise ging über die B112 Richtung Süden und dann weiter auf der B115. In der Nähe von Niesky gab es einen kurzen Halt. Kurz vor 11:00 Uhr traf der Bus am Wendischen Turm in Bautzen am Wenzelsmarkt ein.

Dieser wurde gerade geöffnet. Es duftete bereits nach Glühwein und leckerer Bratwurst. Bevor es auf den Wenzelsmarkt ging wurde noch ein Erinnerungsfoto von unserer Kobbelner Reisegruppe gemacht. Danach konnte es in Vorfreude auf den Weihnachtsmarkt gehen.

Die Fußgängerzone war bis zum Marktplatz mit weihnachtlich geschmückten Verkaufsständen gut ausstaffiert. Bereits um 11:00 Uhr war der Wenzelsmarkt gut besucht. Am ersten Stand wurde schon einmal der Bautzener Glühwein probiert. Er schmeckte sehr lecker und machte Lust auf weitere Kostungproben.

In kleinen Gruppen bummelten die mitgereisten Kobbelner an den Ständen vorbei in Richtung Marktplatz. Hier und da wurden die Auslagen angeschaut, Ideen für spätere Einkäufe gesammelt und gewiss so manche Bratwurst und Glühwein oder Punsch probiert.

Auf halben Weg zum Markt lud ein als Weihnachtsmann kostümierter Musiker zum Mitsingen ein. Unsere Kobbelner ließen sich auf das kleine Abenteuer gern ein. Rasch wurden Liedertexte verteilt und der „Weihnachtsmann-Musiker“ stimmte das Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ auf seiner Geige an. Besucher des Marktes blieben stehen und lauschten dem Gesang des gut aufgelegten Kobbelner Chors. Das spontan vorgetragene Lied wurde mit Applaus der vorbeischauenden Besucher honoriert.

Eine gute Einstimmung zu Beginn unseres Besuchs auf dem Wenzelsmarkt in Bautzen.

Langsam verteilten sich die Kobbelner über dem Weihnachtsmarkt. Trotz der unterschiedlichen Interessen traf man sich immer wieder zu einem kleinen Umtrunk oder Einkauf an den Marktständen.

Sehr begehrt war der vom Fahrer empfohlene Bautzner Senfladen. Die Auswahl an Produkten und kleinen Mitbringsel war groß. Für jeden war etwas dabei, wenn man noch ein Geschenk für das Weihnachtsfest besorgen wollte.

In einem ausgestellten Zeitungsartikel aus dem Jahr 1986 wurde berichtet, dass die 170 Werktätigen des VEB Lebensmittelbetriebe Bautzen ihre Ziele im sozialistischen Wettbewerb bis Ende März um 1,7 Tage übererfüllt hatten. Dem Großhandel konnten 345.000 Becher Senf zusätzlich geliefert werden. Auch wurden in jenem Jahr vier neue Delikat Senf-Erzeugnisse neu auf den Markt geworfen. Tja, der Senf aus Bautzen schmeckt immer noch und ist ein Renner mittlerweile in ganz Deutschland.

Wenn nicht, dann stand man interessiert und staunend auf dem kleineren Marktplatz vor dem 103 m hohen Dom St. Petri. Einen Blick in das historische Gemäuer ist zu empfehlen. Der prächtige große Innenraum des Doms ist mit prächtigen Holzschnitzereien versehen. Ein Zeichen des früheren Reichtums der Bistumsstadt Bautzen.

Es gäbe noch viel über die Altstadt zu berichten, z.B. über den Blick von der Nikolaikirchenruine auf die Spree oder dem Besuch des rustikalen Mönchshofs mit Verkostung des „Roten Abt“ (Bier), den vielen Gassen mit den schön restaurierten Altbauten, Cafés und dem großen Einkaufscenter am Kornmarkt.

Übrigens empfahl der Autor den Mönchen, den „Roten Abt“ mit der roten Neuzeller Brause „Himmelspforte“ zu mixen. Dann entsteht ja was Neues, was man auch als „Rote Äbtissin“ anbieten könnte. Man wolle sich das überlegen. Vielleicht wird der Autor beim nächsten Bautzen Besuch mal beim Wirt nachfragen.

Das Essen und der Rote Abt haben gemundet und sind weiter zu empfehlen. Auch das Ambiente der Gastwirtschaft stimmte. Dazu trug auch der in eine Kutte gehüllte Ober bei.

Nach ausgiebigen Glühweinproben, leckerem Essen und so manchem Einkauf hieß es gegen 16:00 Uhr wieder Abschied nehmen vom ältesten Weihnachtsmarkt Deutschlands sowie der sehenswerten Altstadt. Die einsetzende Dämmerung tauchte den Wenzelsmarkt in ein stimmungsvolles weihnachtliches Lichtermeer. Vielleicht war dieser Besuch auch ein guter Tipp für den nächsten Familienausflug im nächsten Jahr 2026.

Bis zur Abfahrt gönnte man sich noch einen letzten Punsch oder Glühwein. Manfred Holzhey traf noch Besucher aus seiner Heimat Thüringen.

Gegen 16:15 Uhr traf der Reisebus am verabredeten Ort am Wendischen Tor ein und es ging zurück nach Kobbeln.

Dort warteten bereits Wolfgang und Enrico auf die Rückkehrer. Sie hatten einen kleinen Imbiss vorbereitet. Natürlich gab es zu Bockwurst und Wiener Bautzner Senf.

Anlass des gemeinsamen Ausklangs an diesem Abend im Gemeindehaus waren der Jahresbericht des Ortswehrführers Maik Lehmann zu den Einsätzen der Kobbelner Feuerwehr im Jahr 2025.

Ferner wurden die neuen Schulterstücke der Brandenburger Feuerwehren ausgehändigt. Beförderungen wurden ausgesprochen. Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft und hervorragende Leistungen wurden ebenfalls von Maik und Dennis Müller gemeinsam vorgenommen.

Für die geleisteten freiwilligen Einsätze beim Oder Hochwasser 2024 wurden Ehrenmedaillen des Brandenburger Ministerpräsidenten an unsere Helfer aus Kobbeln übergeben.

Ein sehr bewegender Moment des Abends war die Amtsübergabe des amtierenden Ortswehrführers Maik Lehman an seinen Nachfolger Dennis Müller. Im gleichen Zuge trat Christian Schütze als 1. Stellvertreter des Ortswehrführers von seiner Funktion nach 12 Jahren anerkannter Arbeit zurück.

Maik Lehmann übte das Ehrenamt des Ortswehrführers 12 Jahre aus. Er übernahm 2013 die Wehrführung in Kobbeln von Dietmar Grottke. Zu seinem Stellvertreter wurde damals Christian Schütze gewählt (Wahlturnus alle 6 Jahre). In der Amtszeit führte Maik Lehmann sehr erfolgreich die Freiwillige Feuerwehr Kobbelner zu mehreren Titeln bei Amtsausscheiden, was Coach der Frauen und aktiver Teilnehmer an den Wettkämpfen der Männermannschaft, wesentliche Investitionen wurden unter seiner Verantwortung in die Ausrüstung getätigt. Maßgeblich förderte er die Bildung Kinderfeuerwehr im Ort, gemeinsam mit Treppeln und intensivierte ausgewogen die Ausbildung unserer Feuerwehrkameraden.

In der Amtszeit von Maik Lehmann wurden 2019 viele Führungslehrgänge absolviert. Auch auf Grund vieler Termine wurde Dennis Müller als zweiter Stellvertreter in die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Kobbeln gewählt, um die Arbeit von Maik und Christian zu entlasten.

Zur Amtsübergaben überreichte Maik dem neuen Ortswehrführer Dennis Müller symbolisch seinen Staffelstab und das neue „Rote Buch“. Dennis ist nun ab 01.01.2026 neuer Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Kobbeln. Maik Lehmann bleibt als Stellvertreter des Ortswehrführers weiterhin aktiv und wird mit seinen vielfältigen Erfahrungen Dennis in seiner verantwortungsvollen Funktion als Ortswehrführer weiterhin unterstützen. Ich meine, eine gelungene Übergabe des Staffelstabs an die nächste Generation der Freiwilligen Feuerwehr in Kobbeln.

Mit bewegenden Worten dankte Dennis für das ihm übertragene Vertrauen und versprach, sich aktiv zum Wohle der Kobbelner Feuerwehr und unseres Ortes einzusetzen.

Anschließend übernahm Manfred Holzhey das Wort. In seiner Ansprache bedankte er sich bei allen Vereinsmitgliedern, zu denen auch viele Feuerwehrkameraden gehören, für die geleistete Arbeit im zurückliegenden Jubiläumsjahr 2025. Stellvertretend für die vielen Vereinsmitglieder übergab es an 10 aktive Mitstreiter des Vereins Eintrittskarten für das 3. Neuzeller Vereinsvergnügen im Februar 2026. Er sagte sinngemäß: „… leider waren die Karten nur begrenzt verfügbar. Ich hätte noch viel mehr Mitglieder zum Dank ihrer unermüdlichen Arbeit für unseren schönen Ort mit eingeladen.“

Die Kobbelner saßen noch gemütlich zusammen und genossen die wundervolle gemeinsame Zeit in gemütlicher Runde.

Eine gelungene Ausfahrt mit vielen engagierten Kobbelnern und ein würdiger Jahresabschluss von Freiwilliger Feuerwehr und Kobbelner Steine Verein brachte uns Kobbelner enger zusammen. Vielen Dank an die Organisatoren.